Mit 3-d-Scannern Kunstwerke und Teile des Weltkulturerbes retten

Kunstwerke können leicht zerstört werden – durch Umwelteinflüsse oder bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Für einen solchen Fall wäre es gut, gerüstet zu sein. Forscher des Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung haben eine mehr als 6 Meter lange Scan-Straße entwickelt, mit der Form, Struktur, Farbe und Oberfläche eines Kunstwerks in 3-D erfasst werden können.

Zwei Scanbögen erfassen die Büste vom alle Seiten.

Zwei Scanbögen erfassen die Büste vom alle Seiten.

Skulpturen, Scherben, Fossilien, Werkzeuge und mehr können so gespeichert und dann auch wieder originalgetreu reproduziert werden. Was den 3-D-Scanner der Darmstädter durchlaufen hat, könnte von 3-Druckern ausgedruckt werden – zum Vergnügen oder zu Forschungszwecken.

Eine fotorealistische 3D-Abbildung

Skulpturen, Büsten oder Werkzeuge durchlaufen auf einem Fließband spezielle Scanbögen und werden dabei vollautomatisch von allen Seiten erfasst. Neun Industriekameras und neun LED-Blitze fotografieren und beleuchten das Objekt aus allen nur möglichen Perspektiven.

In einem zweiten Schritt scannt ein Leichtbau-Roboterarm noch vorhandene Lücken des bis dahin rekonstruierten virtuellen 3D-Modells. Ergebnis: über 7.000 Fotos aus denen das endgültige, originalgetreue 3-d-Modell erstellt wird.

Ein Roboterarm scant die Teile der Büste, die bisher nicht so optimal erfasst wurden.

Ein Roboterarm scant die Teile der Büste, die bisher nicht so optimal erfasst wurden.

In nur 10 Minuten ist ein 3d-Modell entstanden, das vom Original nicht mehr zu unterscheiden ist. Es zeigt nicht nur Form und Aussehen des Objekts, sondern auch wie Licht auf der Oberfläche reflektiert oder absorbiert wird. Ziel: eine fotorealistische 3D-Abbildung.

Scan-Roboter für große Statuen

Für große Statuen haben die Wissenschaftler auch schon eine Lösung parat: Ein selbst fahrender Scan-Roboter, der automatisch um die Statue herumfährt. Der Roboter scannt und schießt Fotos und erstellt daraus ein 3d-Modell.

Die vollautomatische Scanstraße soll in Zukunft Millionen von Artefakten in Museumssammlungen kostengünstig und schnell dreidimensional scannen und dauerhaft archivieren. Alles vor Ort und 30 mal günstiger als bisher.

Datenanreicherung

Das fertige 3D-Modell kann im Anschluss mit weiteren Daten wie Informationen zum Entstehungszeitraum oder zum Künstler verknüpft werden. Für Museen eröffnen sich damit völlig neue Wege der wissenschaftlichen Untersuchung. Und es ist die Gefahr gebannt, dass wertvolles Kulturerbe der Menschheit mutwillig oder zufällig einfach zerstört wird.

Links / Quellen

Fraunhofer CultLab3D

Islamischer Staat: Mit 3D-Druckern gegen das Vergessen zerstörter Kulturstätten

3D-Modell des Pergamonaltars erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *