Mit Radiomusik und Beschäftigungsmaterial Tiere stressresistenter machen

Videos zur Haltung unkupierter Hennen und Schweine

Ferkel mit unkupierten Ringelschwänzen und Junghennen mit unkupierten Schnäbeln sind die Hauptdarsteller in zwei neuen Videos der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

Ringelschwanz

Zwei MuD Tierschutzbetriebe haben sich bei der Arbeit über die Schulter sehen lassen: Martin Stodal und die Agrar GmbH Veckenstedt. Beide MuD Betriebe sind seit 2015 in ihren Netzwerken aktiv und halten einen Teil ihrer Tiere seither unkupiert. Fazit bisher: Auch mit kleineren Maßnahmen kann man viel erreichen, aber es wird erheblich teurer.

Netzwerk gegen Federpicken

Das Beispiel der Agrar GmbH Veckenstedt zeigt, dass das Halten von unkupierten Junghennen in der konventionellen Hennenhaltung so wie es für Neuaufstallungen seit 1.1.2017 Pflicht durchgeführt werden muss, möglich ist. Treziak hat seit Monaten im Modellstall kaum noch Verluste durch Federpicken. Auch kleine Veränderungen im Stall haben positive Auswirkungen auf das Tierwohl. Solch eine Tierhaltung ist aber teurer. So verursacht alleine die geringere Besatzdichte erhebliche Einbußen.

Bisher wurden diese Mehrkosten für eine tiergerechtere Haltung der Hennen durch Projektgelder der Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz ausgeglichen. Das ist aber keine Dauerlösung.

„Der Mehraufwand ist deutlich höher. Wir bringen mehr Beschäftigungsmaterial aus. Die Kosten steigen dadurch. Und dieses muss vom Handel bzw. vom Verbraucher gezahlt werden,“ so Treziak.

Er setzt auch ungewöhnliche Methoden ein, um seine Hennen stressresistenter zu machen. Zum Beispiel hat er Radios angeschafft, da durch die verschiedenen Töne und Lautstärken scheinbar die weniger schreckhaft werden.

Netzwerk für die Zukunft des Ringelschwanzes

Auf einem konventionellen Schweinehaltungsbetrieb südlich von Würzburg hält Martin Stodal 250 Sauen, 1.500 Ferkeln und 1.500 Mastschweinen. Seit 2015 beteiligt sich der Landwirt an den Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz und hält auch Ferkelgruppen mit unkupierten Schwänzen.

Martin Stodal ist wichtig, dass seine Ferkel sich ständig beschäftigen können. „Die Seile und Ketten haben bei uns im Betrieb bewirkt, dass die Tiere besser abgelenkt werden, dass sie sich jeden Tag beschäftigen können und dass wir jeden Tag etwas Neues im Stall haben. Und dass sie nicht den Schwanz des Kollegens als Beschäftigungsmaterial benutzen,“ so der Landwirt.

Speziell auf seinem Betrieb sind durch die Umstellung auf Trockenfutter und den Einsatz von gehäckseltem Stroh Beißereien im Stall zurückgegangen, ist sich Stodal sicher. Die regelmäßige Bonitierung stellt sicher, dass einzelne Tierschutzmaßnahmen auf ihren Erfolg überprüft werden können.

Auch für den Betrieb Stodal gilt: Bisher konnte man keinen hundertprozentigen Erfolg verbuchen. Was auf seinem Betrieb gut funktioniert, lässt sich nicht ohne Weiteres auf andere Betriebe übertragen. Und: Der Mehraufwand muss über den Preis erwirtschaftet werden können. „Tierwohl gibt es nicht zum Nulltarif“, stellt Stodal klar.

 

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